Einer der größten deutschen Projektentwickler beantragt Insolvenz

PANDION beantragte am 10. August 2026 beim Kölner Insolvenzgericht ein Verfahren in Eigenverwaltung. Betroffen waren die AG und fünf weitere Gesellschaften.
Wir haben PANDION mehrfach besucht
Wir waren mehrfach in den PANDION-Büros in Düsseldorf und Berlin. Der Berliner Standort liegt in der Gegend Unter den Linden; in Düsseldorf prägen mehrere markante Wohn- und Büroprojekte das Bild des Unternehmens.
PANDION steht für gute Lagen, anspruchsvolle Architektur und hochwertige Projekte. Dass auch ein solcher Entwickler in Liquiditätsprobleme gerät, zeigt den Druck im Markt.
Der unmittelbare Auslöser: Eine Finanzierung fiel aus
Nach der Mitteilung vom 10. August fehlte ein wesentlicher Finanzierungsbaustein. Weitere Maßnahmen brachten nicht genügend zusätzliche Liquidität. Neben der AG sollten die Real Estate-, Vertriebs-, Design-, Projektmanagement- und Engineering-Gesellschaft entsprechende Anträge stellen.
Warum auch hochwertige Projekte unter Druck geraten
Höhere Zinsen verteuern die Projektfinanzierung und verkleinern zugleich das Budget der Käufer. Dazu kommen hohe Baukosten, eine schwache Konjunktur und lange Planungs- und Genehmigungswege. Wird langsamer verkauft, fließt weniger Geld zurück, während Rechnungen weiterlaufen.
Im August kündigte die Gruppe Insolvenzanträge für weitere Projektgesellschaften an; im September folgten weitere Ankündigungen und die Suche nach Investoren.
Neubau stockt, Mietwohnungen bleiben gefragt
Die Lage ist widersprüchlich: Eigentum verkauft sich schwerer, viele Kaufinteressenten können die Finanzierung nicht stemmen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Wohnungen hoch.
Wenn neue Projekte verschoben werden und Kaufinteressenten länger mieten, steigt der Druck auf das begrenzte Mietangebot. Auch in unserer Arbeit erleben wir längere Verkaufsprozesse und rasche Anfragen für passende Mietwohnungen.
Quellen: PANDION-Unternehmensmitteilung vom 10. August 2026; DeSH-Ortstermine und Marktbeobachtung.


